Artikel

« Zurück zur Übersicht

Druckversion öffnen

Hersteller
Sonstiger

Name / Verordnungstext
Funktionelles Elektrostimulationssystem ( FES )

Abbildungen

Hilfsmittelnummer:
...

Anwendungsbereich
Schlaganfall
Multiple Sklerose
Schädel-Hirn-Verletzungen
Zerebralparese
Inkomplette Rückenmarksverletzung

Hilfsmittelbeschreibung
Was ist das?
Unter Neurostimulation versteht man die Einwirkung auf das Nervensystem mittels elektrischer Impulse. Dabei erfolgt die Stimulation entweder indirekt über auf der Haut befindliche Elektroden oder per Implantat direkt am Nerv. Das therapeutische Ziel ist, motorische Funktionen wiederherzustellen, die durch Schädigungen des Gehirns oder der Wirbelsäule beeinträchtigt wurden.
Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Rehabilitation nach einem Schlaganfall.
Die Behandlung mit Oberflächenstimulation ergänzt die konventionelle Therapie. Dabei unterstützt die therapeutische funktionelle Elektrostimulation den Prozess,verloren gegangene Bewegungsmuster neu anzubahnen.

Im Zusammenhang mit einem Schlaganfall tritt häufig auch eine Lähmung der fußhebenden Muskulatur im Bereich des Unterschenkels auf. In der Folge ist die Bodenfreiheit beim Gehen vermindert oder der Fuß schleift auf dem Boden. Viele Patienten treten nicht mit der Ferse, sondern mit dem Vorfuß auf.
Daraus resultieren eine erhöhte Stolper – und Sturzgefahr. Zudem resultieren
daraus eine verschlechterte Körperbalance, eine reduzierte Gehgeschwindigkeit, sowie eine verstärkte Belastung des nichtparetischen Beines.

Üblicherweise wurden diese Patienten bisher mit einer Fußheberorthese versorgt.
Die funktionelle Elektrostimulation ist jetzt auch in verschiedenen Fußheber-Systemen erhältlich.
Hier werden über Beinmanschetten mit integrierten Stimulationseinheiten (Elektroden) Impulse an die Nerven abgegeben, die die fußhebende Muskulatur steuern.
Diese Systeme erfassen in Echtzeit die Gehposition, die verschiedenen Gehgeschwindigkeiten sowie Änderungen in der Untergrundbeschaffenheit.
Sie bewirken eine Reduktion des Sturzrisikos, sie verhindern eine fortschreitende Muskelatrophie und verbessern die Qualität des Gangbildes bei annährend normalen Bewegungsabläufen.
Daraus resultieren geringere Abhängigkeit, größere Partizipation und Teilnahme am sozialen Leben, sowie die Hemmung und Reduktion von Spastik.

Wichtige Voraussetzungen sind zudem:
Der Patient muss stehen und wenigstens mit Hilfe einer Orthese ( UFO ) kurze Strecken gehen können.
Idealerweise sollte eine passive Dorsalflexion des Sprunggelenkes bis Neutralstellung möglich sein.
Ausreichende kognitive Fähigkeiten, um Instruktionen verstehen und umsetzen zu können, sollten gegeben sein.

Im Rahmen des Screenings: Positive Reaktion auf die Oberflächenstimulation des N. peronaeus
communis/M. tibialis anterior, dadurch Auslösung Muskelkontraktion mit Dorsalextension des Fußes und verbessertem Gangbild.

Bislang setzen wir Systeme von zwei Anbietern ein:

Fa. Bioness L300, L300plus
Fa. O.Bock MyGait, ActiGait

In einem individuellen Untersuchungs-Screening wird festgestellt, ob ein Patient für die Versorgung
mit einem neurostimulativen Fußhebersystem geeignet ist und wenn ja, welches System für ihn die funktionell sinnvollste Versorgung darstellt.

Unser Leistungsspektrum beinhaltet:

• Screening und Ersteinstellung ( kostenfrei )
• alltagsrelevante Erprobung des Systems für die Dauer von ca. 3 Tagen ( kostenfrei ) –
• danach wird entschieden, ob das System weiterhin genutzt werden soll.

Hier stehen verschiedene Optionen frei:

• Leihmöglichkeit ( für die Dauer von max. 4 Wochen )
• ( Anrechnung von 70% der Leihgebühren auf einen evtl. Kauf –oderVerordnungspreis )
• Kaufmöglichkeit
• Verordnungsmöglichkeit

Die Patientenversorgung erfolgt durch unsere Abteilung Orthopädietechnik –
Ansprechpartner für alle weitergehenden Fragen sind:


Frau Tatjana Löbel
Mobil: 0178 / 6204 428
t.loebel@luttermann.de


Herr Martin Rohde
Mobil: 0178/6204483
m.rohde@luttermann.de


Herr Rolf Dick
Mobil: 0178/6205897
r.dick@luttermann.de

Wirkungsweise
Aktive Unterstüzung der Dorsalextension (Fußhebung)

Kontraindikation
Herzschrittmacher (produktabhängig).
Frakturen und Luxationen im betroffenen Bein.
Metallimplantate (z.B. Kniegelenksprothese).
Hautausschlag/-läsionen im Kniebereich, Phlebitis, Thrombophlebitis, Krampfadern (lokalisationsabhängig).
maligne Läsionen / Tumore.
Komplette Rückenmarksverletzungen, sowie periphere Nervenläsionen führen erfahrungsgemäß zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen.

Opionale Hilfsmittel